Montag, 26. Juli 2021

Das Ostrakon | Geschichte schreiben | ARTE


ARTEde: Wie lassen sich politische Eliten kontrollieren? In Athen fand man im 5. Jahrhundert vor Christus eine interessante und demokratische Lösung für diese Frage – das Scherbengericht. Historiker Paulin Ismard über eine in Ton geritzte politische Verbannung. Der französische Historiker Paulin Ismard, Spezialist für politische Anthropologie, geht einem antiken Ritual auf den Grund: dem Scherbengericht. Dieses Abstimmungsverfahren bildete das Fundament der Attischen Demokratie. Durch Scherbengerichte wurden Magistraten, die die Demokratie gefährdeten, ihre bürgerlichen Rechte entzogen und sie wurden aus der Stadt ausgeschlossen. Hierfür wurde auf einer Tonscherbe (Ostrakon) der Name desjenigen eingraviert, der in die Verbannung geschickt werden sollte. Die Scherben stammten von bemalten Vasen oder gewöhnlicher Keramik. Sie waren klein genug, um in eine Hand zu passen, aber groß genug zum Einritzen des Namens eines Individuums. 1930 wurden in Athen erstmals Überreste eines antiken Scherbengerichts entdeckt, eine aus archäologischer Sicht beachtliche Ausbeute von 13.000 Fragmenten. Die beschrifteten Tonscherben sind heute wertvolle Zeugen, die aus erster Hand von den Anfängen der Demokratie erzählen. Dokureihe, Regie: Jean-Dominque Ferrucci (Frankreich 2020, 18 Min) #ostrakon #scherbengericht #arte Video verfügbar bis 20/10/2021 Abonniert den Youtube-Kanal von ARTE:  http://www.youtube.com/user/ARTEde Folgt uns in den sozialen Netzwerken: Facebook: http://www.facebook.com/ARTE.tv Twitter: https://twitter.com/ARTEde Instagram: https://www.instagram.com/arte.tv/


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